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Streit um Kohle

Sieben Gründe gegen Kohlekraftwerke

Aktuell sind in Deutschland 29 neue Kohlekraftwerke in Planung, obwohl…

  • …Kohlekraftwerke klimaschädlich und dreckig sind: Bei keinem anderen Energieträger wird bei der Stromerzeugung so viel CO2 freigesetzt wie bei der Verbrennung von Kohle.
  • …neue Kohlekraftwerke den Ausbau der Erneuerbaren Energien (EE) behindern: Das Ziel der Bundesregierung, den Anteil der Erneuerbaren Energien auf 30 Prozent bis 2020 auszubauen, führt zu einer schwankenden Einspeisung großer Mengen Wind- und später Sonnenenergie. Dies erfordert einen flexiblen Strommarkt, der sich beständig auf Angebot und Nachfrage einstellt. Kohlekraftwerke können ein schnelles An- und Abschalten jedoch nicht leisten Wer also weiter Kohlekraftwerke baut, wird in naher Zukunft die Forderung stellen, den Anteil der Erneuerbaren Energien zu verringern, da sonst die eigenen Kraftwerke vom Netz müssten…
  • … neue Kohlekraftwerke nicht effizient sind: Neue Steinkohlekraftwerke haben einen Wirkungsgrad von 46%. Der Wirkungsgrad beschreibt das Verhältnis von abgegebener Leistung (Nutzen) zu zugeführter Leistung (Aufwand). Konkret bedeutet dies, dass  mehr als die Hälfte der Energie für die Stromerzeugung nutzlos als Wärme an die Umwelt abgegeben wird.
  • … neuer Kohlestrom teuer wird: Der Emissionshandel schreibt vor, für den Ausstoß von CO2 sogenannte Emissionszertifikate zu kaufen. Je mehr CO2 ausgestoßen wird, desto mehr Zertifikate werden benötigt. Derzeit wird ein bestimmter Teil der Zertifikate noch kostenlos verteilt, ab 2013 werden die Zertifikate jedoch zu 100% versteigert. Gleichzeitig wird die Menge der Zertifikate pro Jahr gesenkt. Dadurch wird Kohlestrom immer teurer.
  • ….neue Kohlekraftwerke nicht wirtschaftlich sind: Damit sich der Bau eines Kohlekraftwerkes rechnet (hohe Investitionskosten), muss das Kraftwerk viele Stunden im Jahr mit voller Last laufen. Durch den Ausbau der Erneuerbaren Energien wird es in Zukunft viel öfter die Situation geben, dass kein Kohlestrom gebraucht wird und Kohlekraftwerke längere Zeit still stehen. Somit können die Investitionskosten nicht gedeckt werden und der Betreiber macht Verluste. Lesen Sie hierzu auch eine aktuelle Studie des arrhenius Instituts.
  • …Kohlekraftwerke langfristig subventioniert werden müssen: Es wurde bereits dargestellt, dass Kohlekraftwerke unwirtschaftlich werden und der Preis von Kohlestrom steigt. Vor diesem Hintergrund und mit dem Argument, dass alte Kohlekraftwerke durch neue und effizientere ersetzt werden müssen, will die Bunderegierung den Bau neuer Kohlekraftwerken mit bis zu 15% der Investitionskosten subventionieren. Details werden momentan verhandelt.
  • …Kohlekraftwerke Armut in Entwicklungsländern verschärfen:. Die hohen CO2-Emissionen der Kohlekraftwerke verstärken den Klimawandel. Die ärmsten Menschen der Welt sind am stärksten vom Klimawandel betroffen. Starke Regenfälle oder lang anhaltende Dürren zerstören Ernten und führen zu weltweitem Hunger. Millionen Menschen in den Tropen und Subtropen verlieren ihre Lebensgrundlagen und müssen ihre Heimat verlassen.

Planungen in Deutschland

In Deutschland sollen 29 neue Kohlekraftwerke mit einer Gesamtleistung von 32,4 Gigawatt (GW) und einem jährlichen CO2 Ausstoß von 189 Mio. t gebaut werden. Neun Anlagen mit einer Leistung von 10,4 GW und einem jährlichen Ausstoß von 64 Mio. t CO2 befinden sich bereits im Bau.

kohlekraftwerkskarte 25.09.09
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Infos finden Sie auch in diesem Flyer.

Eine Übersicht über die geplanten Kohlekraftwerken findet man:

Klimaschutzaspekte

Sowohl auf nationaler (sogenanntes Klimapaket) als auch auf europäischer (EU-Klimapaket) und internationaler Ebene (Kyoto-Protokoll) hat sich Deutschland verpflichtet, seine Treibhausgase zu reduzieren. So sieht das deutsche Klimapaket eine Minderung der Emissionen bis 2020 um 40 Prozent gegenüber 1990 vor. Neue Kohlekraftwerke laufen jedoch 40-50 Jahre und stoßen jährlich Millionen von Tonnen CO2 aus, so dass die langfristigen Klimaziele untergraben werden.

So hat die vom Bundesumweltministerium in Auftrag gegebene „Leitstudie 2008“ ergeben, dass bis 2020 nur noch Kohlekraftwerke mit einer Gesamtleistung von neun Gigawatt gebaut werden dürfen, wenn wir die Klimaziele erreichen wollten. Wie oben erwähnt, befinden sich bereits heute Kohlekraftwerke mit einer Leistung von 10,45 GW im Bau.

Breites gesellschaftliches Bündnis gegen neue Kohlekraftwerke

An allen Kohlekraftwerksstandorten gibt es heftige Widerstände gegen neue Kohlekraftwerke. Bereits sechs Kohlekraftwerke konnten bereits verhindert werden – drei weitere Projekte wurden zurück gestellt. Die Proteste sind dabei nicht nur Parteiübergreifend, Kirchen, Landwirte, Wirtschaftsverbände, Ärzte und Wissenschaftler haben sich vielerorts klar gegen den Neubau von Kohlekraftwerken positioniert. Fast 110 Organisationen, entwicklungspolitische Verbände, Kirche, Umweltorganisatione, Gewerkschaften, Unternehmensverbände und Zivilgesellschaftliche Organisationen wie der deutsche Alpen Verein haben sich deutschlandweit in der Klima-Allianz zusammengeschlossen und fordern gemeinsam ein klares Nein für neue Kohlekraftwerk.

Klimaschutz/Erneuerbare Energie und der Bau von Kohlekraftwerken, das geht nicht zusammen.

www.die-klima-allianz.de/mainz
www.kohle-protest.de

Wähler sagen „NEIN“ zu Kohlekraftwerken

Der gesellschaftliche Widerstand gegen neue Kohlekraftwerke beeinflusst zunehmend auch die Wahlentscheidung der Bürger. Ob bei den geplanten Kohlekraftwerken in Mainz, Lubmin, Mannheim oder Hamburg – überall konnten diejenigen Parteien klar hinzugewinnen die glaubwürdig und konsequent sich gegen neue Kohlekraftwerke positioniert haben.